Paleochora

Paleochora

FLORA & FAUNA

FLORA Kreta gehört zu den vegetationsreichsten Inseln des Mittelmeeres. Trotz der großen Trockenheit während der Sommermonate sind heute noch über 1500 verschiedene Pflanzenarten heimisch.

Im Altertum war Kreta für seine riesigen Urwälder aus Zypressen und Zedern bekannt, die damals die ganze Insel bedeckt haben sollen. Sie gehören schon lange der Vergangenheit an. Vor allem der rücksichtslose Raubbau in Mittelalter und Neuzeit hat die einst grüne Insel schwer geschädigt, und die massive Überweidung durch Ziegen und Schafe verhindert heute die Erneuerung der Waldbestände.

Unvergeßlich bleibt aber im Frühjahr der Anblick blühender Wiesen auf Kreta, vor allem im Westen - tausende Blumen wie Klatschmohn, Anemonen, wilde Tulpen und seltene Orchideenarten. Bis in den Juni hinein säumt gelbblühender Ginster viele Bergstraßen. In den Schluchten und Wasserläufen dominiert hauptsächlich der rosa oder weiß blühende Oleander. Dörfer und Städte schmücken Bougainvillea, Hibiskus, Magnolien, Akazien und Eukalyptusbäume.

Unter den Kulturpflanzen fallen neben Wein und Ölbaum vor allem die während der Blüte herrlich duftenden Zitrusbäume und die zart rosa blühenden Granatäpfelbäume mit ihren markanten Früchten, sowie die Johannisbrotbäume auf. In der Antike und im Mittelalter dienten ihre Kerne als Gewichtseinheit für Edelsteine und Gold, denn sie wiegen konstant dasselbe: genau ein Karat. Seit einigen Jahrzehnten ist eine besondere Spezialität auf Kreta heimisch, nämlich die Banane. Sie wird teilweise in Gewächshäusern, teilweise im Freien gezogen und ca. 2 Meter hoch. Hauptsächlich sind Bananenplantagen im Südosten der Insel zu finden, weil dort das Klima am beständigsten ist.

Zahlreiche Wildkräuter, wie Oregano, Thymian, Majoran, Salbei, Rosmarin u.v.m. findet man in den kargen, aber mineralreichen Böden.

Viele Pflanzen, die man heute noch auf der Insel findet, spielten eine große Rolle in der altgriechischen Mythologie. So zum Beipiel der im Sommer auf trockenem Boden blühende Riesenfenchel. Er ist mit einem leicht entzündbarem Mark gefüllt. Wird ab Herbst das trockene Mark angezündet, verglimmt es äußerst langsam, ohne daß die Rinde verbrennt. In der Antike glaubte man, Prometheus habe so gegen den Willen der Götter den Menschen das Feuer aus der Schmiede des Hephaistos auf die Erde gebracht. Der Riesenfenchel war auch den Anhängern des Weingottes Dionysos heilig. Man setzte dem Stengel einen Pinienzapfen auf und erhielt so einen Thyrsosstab als phallisches Fruchtbarkeitssymbol. Zugleich hatte man auch einen Stab, auf dem man sich seiner Stärke wegen nach reichlichem Weingenuß einerseits stützen, andererseits aber - dank seiner Biegsamkeit - in weinseliger Rauflust niemanden ernsthaft verletzen konnte.

Die häufigsten Bäume der Insel sind neben den Olivenbäumenhauptsächlich Aleppo-Kiefern, Platanen, vereinzelten Zypressen und Edelkastanien, sowie Tamarisken, Essig- oder Götterbäume und Wacholder.

FAUNA Nutztiere wie Ziegen, Schafe und Maulesel sind ein alltägliches Bild. Hochwild in freier Wildbahn ist dagegen wegen des fehlenden Waldes und der unbändigen Jagdleidenschaft der Kreter kaum mehr anzutreffen. Die berühmteste Tiergattung der Insel ist die kretische Wildziege, die in unzugänglichen Felshängen um die Samariaschlucht lebt und bis zu 15 Meter weit springen kann. Es sind prächtige Tiere mit rehbraunem Fell und kurzem Haar, die Männchen tragen ein mächtiges, weitgeschwungenes Gehörn.

Auf Kreta gibt es einen großen Artenreichtum an Vögeln; zahlreiche Singvögel, Silber -und Graureiher, verschiedene Eulenarten und im Gebirge sogar mächtige Raubvögel wie Seeadler, Bussarde, Geier, Falken und Habichte.

An zwei Stränden der Insel legen seit tausenden von Jahren zwischen Juni und September Meeresschildkröten ihre Eier ab, nämlich am Komo-Beach und am langen Sandstrand östlich von Rethymnon. Die Ablegeplätze werden mittlerweile von Naturschützern durch Käfige geschützt.

Insekten kreuchen und fleuchen in Mengen, viele bunte Käfer und Schmetterlinge lassen sich beobachten. Das aufdringliche Gekreisch der Millionen von Zikaden hält den ganzen Sommer über an. Es sind übrigens nur die Männchen, die so kreischen, was bereits einen Philosophen in der Antike zu dem Ausspruch veranlaßt hat: "Selig sind die Zykaden, denn sie haben stumme Weibchen...."

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